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Der Ort Molmerswende heute

Molmerswende liegt im Nordwestzipfel des Mansfelder Landes (jetzt Mansfeld-Südharz), wenige Minuten von der B242 entfernt. In der Nähe liegen Pansfelde (dort ging G. A. Bürger zur Schule) und die Burg Falkenstein, beides bildet auch den Hintergrund der Ballade "Des Pfarrers Tochter von Taubenhain".

In der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Molmerswende ca. 450 Einwohner, hinzu kamen etwa 600 Schweine, 80 Rinder und 15 Pferde - wie eine Ortschronik berichtet. Heute hat Molmerswende ca. 250 Einwohner. Hier gibt es einen Bäcker und einen Fleischer. Die "Tenne" beherbergt eine Gaststätte mit Saal für Veranstaltungen, am Flüßchen Leine zwischen Molmerswende und Pansfelde liegt das Hotel "Leinemühle". Zwei Dachdecker, ein Tischler, ein Elektriker, eine Kräuterschule und ein Stellmacher sind im Ort tätig, einen kleineren Schweinemastbetrieb und einen Ziegenhof im Ortsteil Horbeck gibt es. Zu einem größeren Landwirtschaftsbertrieb gehört auch eine Herde Rinder. Es handelt sich um die fast ausgestorbene Rasse "Rotes Harzer Höhenvieh" - ehemals ein Dreinutzungsrind.Urlaub in Molmerswende ist im Aufwind: zwischen Urlaub auf dem Bauernhof oder Urlaub auf dem Land sowie einem Hotelaufenthalt kann gewählt werden.Kulturell hat Molmerswende einiges zu bieten. Es gibt eine sehr aktive Schalmeienkapelle, einen Schützenverein, einen Sportverein. Stark vertreten ist die Kunst: die Malerin Heike Wolff und der Maler Heino Koschitzki haben hier ihre Ateliers, die Töpfermeisterin Silke Becker ihre Werkstatt. Seit 1999 finden regelmäßig an einem Wochenende im Mai die Molmerswender Kunsttage statt (siehe homepage von Heike Wolff). Rund um den Bürgergarten gibt es dabei eine Vielzahl von Veranstaltungen.

Zum 1. Advent lädt H. Wolff in ihr Atelier - mit umfangreichen Programm ringsherum.

Für alle Besucher, die sich auch einmal bewegen wollen: es gibt hervorragende Möglichkeiten für Ausflüge auf gut beschilderten Wegen, z.B. ins Tal der Eine oder der Leine.        

Fotos: Heike Wolff (Molmerswende)


Filmvorführungen während der Kunsttage finden in einer alten Scheune statt.


Abend im Dorf


Auf dem Weg zum Druschfest 2004


Ehemalige Schule mit Kirche


Rotes Harzer Höhenvieh - Ochse "Kuro" bei der Körperpflege (Foto: Damert)


Eine Gegend für Romantiker


Die Brandbergeiche im Jahre 2004

1769 wurde an dieser Stelle die Molmerswender Kindsmörderin Elisabeth Voigtländer gerädert - so sagt es das Schild neben diesem uralten Baum, der schon zu Bürgers Zeiten hier stand. Ist das jedoch Realität? Der ehemalige Molmerswender Lehrer Georg Langlotz hat die Pansfelder Schulzenchronik, Molmerswende betreffend, eingesehen. Unter dem Datum 18.April 1780 steht: "Anno 1779 hat sich in Molmerswende zugetragen, daß durch liederliche Aufführung Ernst Voigtländern seine Tochter ist geschwängert worden und Büttnern sein Sohn soll Vater sein." Die Liebenden durften jedoch nicht zueinander kommen; nach der Geburt wurde das Kind von der eigenen Großmutter erwürgt. Weiter in der Chronik:"Das letzte Urteil brachte es endlich, daß die Mutter sollte gerichtet werden unde aufs Rad geleget. Aber die Tochter ist auf freien Fuß gestellt. Die Mutter ist aber am 18. April Anno 1780 gerichtet und aus Rad geleget worden und die Execution an ihr vollzogen worden. Sie ist oben auf Müllern seine Wiese unter der krummen Linde, wo der Weg durchs Wasser geht, gerichtet worden, das Rad steht gerade nüber auf der Trift."

Die krumme Linde gibt es nicht mehr, deshalb ist offensichtlich der Hinrichtungsort zur Brandbergeiche verlegt worden. Weshalb die Jahreszahl verändert wurde, bleibt unklar.
    
Was hat diese Geschichte nun mit Bürgers "Des Pfarrers Tochter von Taubenhain" zu tun? Sicher nichts, denn Bürger wird von diesem Fall keine Kenntnis gehabt haben, er hat vielmehr eine typisierte Kindsmordgeschichte erdacht. Allerdings kann man annehmen, dass Bürger aus seiner Molmerswender Kindheit das Lokalkolorit mit der Burg Falkenstein gegenwärtig war und in diese Ballade eingeflossen ist.

Molmerswende in früherer Zeit.

Die Auswertung der Hallischen Nachrichten und der Saale-Zeitung erlauben einen Blick in die jüngere Vergangenheit

Für einen besseren Überblick sind die Meldungen thematisch geordnet und mit dem jeweiligen Erscheinungsjahr versehen.

 

Feuer und Kurioses:

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                                  Transkribierte Meldungen.

 

Neues in Molmerswende:

neues_in_molmerswende

                                 Transkribierte Meldungen.

Zu den neuen Glocken: In einer Druckschrift der Hofglockengießerei Franz Schilling Söhne Apolda findet sich unter der Überschrift “Nach dem Krieg bis 1927 gegossene Glocken” der Eintrag

         Molmerswende  Gewicht 760 kg   Töne a c

 

Ein unbekannter Flugpionier aus Molmerswende, oder nur ein Beispiel-Deutscher?

Das Neues Wiener Journal vom 30. Juni 1927 bringt folgende Meldung:

“Im Expreßboot über den Ozean.

Von Cherbourg nach New-York - 48 Stunden.
              Paris, 28. Juni.
Die geräuschvollen Feierlichkeiten, die man den kühnen Bezwingern des Ozeans, den drei jungen Amerikanern, allenthalben bereitet hat, sind nunmehr zu Ende. Man betonte auch in Fachkreisen, daß die Tat wohl bewundernswert, der Mut, der sich in ihr äußerte, erstaunlich sei, der Sache selbst, der Ueberquerung des Weltmeeres auf den Schwingen des Aeroplans, komme jedoch keine technische Bedeutung, sondern nur eine sportliche zu. Nun scheinen die Ereignisse diese Prognose gewissermaßen doch Lügen zu strafen. Wohl liegt die Zeit regelrechter Passagierflüge über den Atlantik im Schoß der Zukunft, und selbst nach optimistischen Voraussagen dürften noch viele Jahre vergehen, bis Monsieur Durand aus Toulouse, Mr. John Smith aus Edinbourgh oder Herr Schulze aus Molmerswende in einem Passagierflugzeug die Entfernung zwischen New-York und seiner Heimat bezwingen wird. Dennoch hat es den Anschein, daß schon jetzt die Rekordflüge einen praktischen Erfolg zu zeitigen beginnen.”

 

 

Unglücke in Molmerswende:

unglücke_in_molmerswende

                                        Transkribierte Meldungen.

 

Zeitweise hat der Baldriananbau eine wirtschaftliche Rolle gespielt. Die Hallischen Nachrichten 1920 berichten:

Hallische_Nachrichten_14_10_1920

 

Die Hildener Rundschau berichtet 1934 über den Erfolg dieses Unternehmens:

Hildener_Rundschau_25_01_1934

 

Eine kuriose Begebenheit aus dem benachbarten Steinbrücken:

St. Wolfgangs Zahnschmerzenkapelle

zahnschmerz_1941

 

Hallische Nachrichten, 11.06.1941
Mitteldeutschland
          11. Juni.
„St. Wolfgangs Zahnschmerzenkapelle“

  Wenn im Ostharz die Rede auf Zahnschmerzen kommt, dann spricht man hin und wieder von der Zahnschmerzenkapelle, die vor 400 Jahren in Steinbrücken bestanden hat und viele „Gläubige“ fand. Eine alte Chronik weiß über diese Sache folgendes zu berichten:
  Die 1501 in Steinbrücken ansässigen Einwohner Große, Koch und Bilzenrod litten an erbärmlichen Zahnschmerzen und machten unter sich aus, St. Wolfgang eine Kapelle zu bauen, damit sie ihrer Schmerzen entledigt würden. Sie hielten ihr Versprechen. Vor dem Dorf entstand eine kleine Kapelle — und ehe sie fertig war, hatten die drei Stifter auch ihre Zahnschmerzen verloren. Natürlich meinten sie, St. Wolfgang hätte aus reiner Nächstenliebe für Linderung gesorgt und erzählten überall von ihrem Erfolg.
   Darauf unternahmen alle Leute, die mit Zahnweh behaftet waren, eine Wallfahrt nach Steinbrücken, brachten auch große und kleine „Opfer“ mit, zur Freude des Pfarrers von Abberode, der diese Kapelle, die rund vier Jahrzehnte bestand, zu besorgen hatte.
   „Weil aber“ - so berichtet die Chronik - „hernach bei offenbarem Evangelio dieses abergläubische und abgöttische Gelüst nicht aufhören, noch ablassen wollte, hat endlich Graf Albrecht die Kapelle abzubrechen befohlen, und ist Stein und Holz anderswo verbaut, die Glocke aber, so daselbst gehangen und einen halben Zentner gewogen, gen Abberode geführet und daselbst in die Kirche eingehangen worden.“
  Und das Wunder geschah: auch ohne Kapelle wurde den an Zahnweh Leidenden geholfen, denn irgendeiner hatte ergründet, daß es doch besser sei, wenn man zum Doktor gehe, anstatt zum Heiligen Wolfgang.

 

 

Einen gewissen Eindruck von den damaligen wirtschaftlichen Aktivitäten in Molmerswende vermitteln die folgenden Anzeigen:

 

Saale-Zeitung_11_08_1881  Saale-Zeitung_15_02_1909

 

Saale-Zeitung_17_08_1883  Saale-Zeitung_09_08_1900  Saale-Zeitung_28_11_1904

General-Anzeiger_fuer_Dortmund_und_Provinz_Westfalen_10_11_1913  Saale-Zeitung_25_04_1926  Saale-Zeitung_24_09_1927

 

Saale-Zeitung_19_04_1928   Saale-Zeitung_05_09_1928  Saale-Zeitung_03_12_1929

 

Saale-Zeitung_15_01_1930  Hallische-Nachrichten_04_11_1936